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Defibrillator für Freiwillige Feuerwehr Kamern

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Anfang des Jahres konnte ich einen von mehreren Sponsoren finanzierten Automatischen Externen Defibrillator (AED) an die Freiwillige Feuerwehr Kamern übergeben. Die Volksstimme berichtete. Bild und Text: Ingo Freihorst

Defibrillator für die rasche Rettung

Wenn der Herzschlag aus dem Rhythmus gerät, zählt jede Minute. Darum wurde jetzt ein Defibrillator in der Feuerwehr Kamern stationiert.

Kamern l „Wenn die Hilfe innerhalb von sechs Minuten eintrifft, hat der Patient eine Überlebenschance von 80 Prozent“, berichtete Internist Ben Güldenpfennig über die Gründe für diese Anschaffung. Bei zehn Minuten sinkt die Chance auf nur noch 15 Prozent. Deshalb ist es wichtig, dass rasch Ersthelfer eintreffen – was nur mit Ortsansässigen gelingen kann. Denn der Rettungsdienst aus Havelberg braucht auch eine gewisse Zeit, bis er in Kamern, Wulkau oder auf dem Campingplatz am Schönfelder See eintrifft.

Sponsoren schossen Geld zu

Deshalb entschieden sich die Ausrichter des Kamernschen Kinosommers im Vorjahr, den Erlös aus der Veranstaltung diesmal für den Kauf eines solchen Gerätes zu verwenden, berichteten dessen Organisatoren Guido Krull, Jürgen Brandt und Martin Matzke. Da der Erlös allein jedoch nicht reichen würde – das Gerät kostet immerhin um die 1700 Euro – holten sie sich mit der Volksbank Rathenow und der Münchner Bau- und Immobilienfirma Awetha weitere Sponsoren ins Boot. Bernd Knust von der Volksbank und der aus Kamern stammende Awetha-Mitgeschäftsführer Axel Westphal waren denn bei der Übergabe mit anwesend.

Internist Ben Güldenpfennig organisierte das vollautomatische Gerät, welches den Ersthelfer über Piktogramme und gesprochene Anweisungen unterstützt. Es erkennt nach dem Anlegen der Pads – diese gibt es sowohl für Kinder als auch für Erwachsene – die Art der Rhythmusstörung und informiert auch, wenn womöglich eine Herzdruckmassage erforderlich ist. Denn nicht alle der vielfältigen Störungen können mit einem Defibrillator bekämpft werden.

Feuerwehr ist früher am Patienten

Das Gerät wird in der Feuerwehr stationiert – ein solches steht übrigens auch in der Schollener Wehr. Geplant ist, dass bei einem entsprechenden medizinischen Notfall die Feuerwehr alarmiert wird. Der erste Aktive, der am Gerätehaus eintrifft, schnappt sich den Defibrillator und eilt zum Patienten.

Die Einwohner und Gäste von Kamern werden durch Hinweistafeln noch entsprechend informiert. Solche Hinweise werden unter anderem an Badestelle, Grünem Haus, Schule, Gemeindesaal, Jugendklub und in der Turnhalle angebracht. Ebenso in den umliegenden Ortsteilen. Im Notfall muss dann auf jeden Fall rasch die 112 gewählt werden. Die Einsatzleitstelle in Stendal veranlasst dann alles Weitere.

Lehrgang geplant

Um für eine solche Situation gewappnet zu sein, wird am 1. Februar ab 9 Uhr im Gerätehaus ein Erste-Hilfe-Lehrgang stattfinden. Dabei werden die Anwesenden auch in den Umgang mit dem Defibrillator eingewiesen, erklärte Ben Güldenpfennig. Dazu wird er ein Übungsgerät mitbringen.

Neben Feuerwehrleuten können auch weitere Interessenten am Lehrgang teilnehmen, anmelden kann man sich bei den Aktiven Thomas Knebel oder Johannes Ebel – letzterer ist selbst Notfallsanitäter. Die Teilnehmerzahl ist mit maximal 15 begrenzt, sollte darüber hinaus Interesse bestehen, wird noch ein weiterer Lehrgang stattfinden, erklärte Ortswehrleiter Jügen Brandt.

Ein Teil des Erlöses vom Kinosommer wird schon seit Jahren für wohltätige Zwecke gespendet. Guido Krull hatte an einem Ersthelferlehrgang teilgenommen, wobei er auf die Idee mit dem Defibrillator gekommen war.

Übrigens blieb nach dem Kauf des lebensrettenden Gerätes noch etwas Geld übrig. Dieses soll nun noch für die Nachwuchsarbeit der Feuerwehr verwandt werden, waren sich die Ausrichter vom Kinosommer mit den anderen Sponsoren einig.

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